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14 Tage Hungerstreik und Luxorbier - Applausi
Die bisherigen Bewertungen, die ich mir durchgelesen habe, treffen alle mehr oder weniger zu. Die Kritik an der Lage finde ich jedoch mehr als zweifelhaft, da allen Reisenden die - sagen wir - ruhige Abgeschiedenheit des Hotels bekannt war. Zum Organisatorischen: Gleich bei der Ankunft wird einem quasi "verboten" das Gepäck mit in die Lobby zu nehmen, da es dafür eigene Pagen gibt, die nur darauf warten die Koffer ins Zimmer zu transportieren. Neben dem Metalldetektor am Eingang steht auch gleich ein Wachmann bereit, der einem per Zeichensprache vermittelt, dass man dort nicht durchgehen soll. An der Rezeption angekommen muss zunächst ein Fragebogen ausgefüllt werden und dann bekommt man seine Schlüssel mit Informationsmaterial und zwei Aufklebern für die Koffer, welche sodann in die Zimmer gebracht werden können. Diese Abhandlung funktioniert sehr gut im Vergleich zu dem Beschwerdemanagement. Nimmt man das Beispiel des Zimmerwechsels, dann wird man hier - obwohl das Hotel eindeutig nicht komplett ausgebucht war - immer wieder vertröstet und erklärt ca. 20 mal warum man das Zimmer wechseln will, bis dann der Hotelmanager, welcher über gute Deutschkenntnisse verfügt, kommt und einem griesgrämig ein neues Zimmer zuweist. Doch Vorsicht ist geboten, denn hat man beispielsweise sehr laute Räumlichkeiten bekommen, die jedoch über eine neue, digitale Klimaanlage verfügen, so kann es passieren, dass die neue Unterbringung zwar leise, aber dafür heiß ist. Auch das Krisenmanagement bei einem Stromausfall sieht anders als in Deutschland aus - der wird in dieser Anlage mit einem lustigen Zusammensein aller Hotelangestellten zur nächtlichen Stunde nämlich so behandelt:
Gast: "In der kompletten Anlage ist keine Elektrizität vorhanden..."
Angestellter: "Ja, wir haben ein Problem."
Gast: "Das glaube ich auch - wann funktioniert es denn wieder?"
Angestellter: "Vielleicht in drei bis vier Stunden?"
Gast: "Okay, ich schlafe dann am Pool, da auch die Klimaanlage ausgefallen ist und in meinem Zimmer dadurch geschätzte 50°C vorherrschen...."
Angestellter: "Alles klar." Diese Konversation wurde genau so von mir in Englisch gegen 3. 30 Uhr in der Nacht geführt. Wodurch ich gleich zu dem nächsten Punkt komme. Die Angestellten sind sehr freundlich und sprechen überwiegend, entgegen allen Behauptungen, gut Englisch und besitzen ein größeres Vokabular als die meisten deutschen Malle-Touristen. Als Frau sollte man sich jedoch vor dem überschwänglichen Scharm mancher Ägypter in Acht nehmen, die es auch nicht stört, dass sie Frau und Kinder in Luxor haben. Aber nicht abschrecken lassen, denn in der ganzen Anlage ist es jeglichem Personal untersagt mit Gästen - sagen wir "intim" zu werden. Das Verbot gilt auch für das Animationsteam und eigentlich auch für deren Anführer, dem Animationszwerg. Häufig sprechen die Angestellten auch Italienisch oder Russisch. Die Animation ist ausschließlich auf Italienisch und man hat dadurch eigentlich immer seine Ruhe vor dieser Art der italienischen Kriegsführung, da die meisten Italiener auch der englischen Sprache nicht mächtig sind. Trotzdem entgeht man dem ganzen nicht so richtig, da jeden Abend eine Kinderanimation gegen 20. 30 Uhr aufgeführt wird - mit immer dem selben Ablauf und am Ende... sitzt der Frosch wieder oben und es gibt Applausi. Zu dieser Zeit sollte man sich also vom Essen fernhalten, sofern man nicht die komplette Urlaubszeit damit geschädigt werden will. Auch die Eltern sollten sich die Sache zweimal überlegen, denn ein 60 Minuten langes Urlaubsvideo NUR mit Animation sieht sich danach sowieso keiner mehr an. Hat man von der ganzen Animation doch noch nicht genug - kein Problem, denn jeden Mittwoch ist Beachparty und man kann der gehirnaufweichenden Wirkung der Abendanimation nochmals einen draufsetzen. Gegen ein kleines Entgelt in Höhe von 15 EUR wird hier die Sperrzeit des AI Services, welche abhängig von der Farbe des Armbandes normal bei 23. 00 Uhr liegt, um ein paar Stunden verlängert. Wenn man es nicht wirklich nötig hat, dann rate ich von dieser Sache ab - die 15 EUR kann man in Luxorbierflaschen, welche man auch noch nach 23. 00 Uhr erstehen kann, besser anlegen. Nun aber zum Essen, das für Urlauber mit kurzer Aufenthaltsdauer sicherlich abwechslungsreich erscheint, aber nach 14 Tagen in einer Katastrophe biblischen Ausmaßes endet. Bereits am 9 Tag wurde in unseren Reihen ein Essensplan für die Ankunft in Deutschland bearbeitet. Wenn man vorher noch nie positiv von einer Fastfoodkette geträumt hat, so ist dies hier nicht ausgeschlossen. Zugegeben, man ist als Vegetarier etwas beschränkt, doch eigentlich ist auch hierfür gesorgt - wenn es denn nur alles nicht gleich schmecken würde. Habe ich während diesen 14 Tagen geschätzte 25 Minuten für einen Teller Salat und eine Suppe zum Verzehr gebraucht, so habe ich im Flugzeug in 5 Minuten restlos alles eingenommen. Das sollte eigentlich für sich sprechen, doch stellt es ohne Frage eine subjektive Meinung meinerseits dar. Man sollte sich einfach selbst davon überzeugen, denn ich habe auch ganz andere Auffassungen gehört. Vor Obst und Gemüse braucht man grundsätzlich keine Angst haben, da alles frisch zubereitet wurde. Lediglich das Leitungswasser, das zum Abwaschen verwendet wird, ist etwas bedenklich. Selbst hatte ich nie wirklich gesundheitliche Schwierigkeiten diesbezüglich. Nun zu den Gästen: Überwiegend Italiener, wenn man zu deren Ferienzeiten anreist. Sonst viele Deutsche, mit Untergruppierung der grölenden, nervraubenden, Liegen-belegenden Malle-Proleten. Einige Schweizer und Österreicher und vereinzelt Briten, die wie Schäfchen gegen die hiesigen Ballermannbomber wirken. Freizeitmöglichkeiten: Von einem Ausflug zu den anliegenden Ortschaften ist abzuraten. Schnorchel- und Tauchausflüge sind je nach Zeit und Möglichkeit zu empfehlen. Schnorcheln am anliegenden Riff ist äußerst vielseitig und abwechslungsreich. Ein Quart-Trip in die Wüste ist sicherlich nicht falsch und schlägt mit 30 EUR pro Fahrer zu Buche. Tipps: Wenn man sich zu benehmen weis und das beste aus dem Urlaub machen will, dann sollte man dies an der Poolbar versuchen. Hier habe ich nur gute Erfahrungen mit den Angestellten gemacht und die meiste Zeit verbracht. Um die Sache abwechslungsreich zu gestalten kann man auch mal versuchen einen ganzen Tag - d. h. ab 10. 00 Uhr - den Hunger mit Luxorbier zu vergessen und das herrliche Wetter genießen. Die Gäste anderer Herkunft sollte man so behandeln, wie man auch selbst gerne von ihnen behandelt werden würde. Wer nur auf die Italiener schimpfen kann und dann nach Hause fährt um sich eine Pizza zu bestellen und danach ein Eis vom Italiener um die Ecke holt, der ist hier sicherlich falsch am Platze. Generell ist dieses Hotel weiterzuempfehlen mit dem Hinweis, dass es eben nach 3 Jahren schon wirkt, wie manche Anlage erst nach 8 Jahren aussieht.
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